Update: Wieder Geflügelpestfälle bei Nutzgeflügel in Europa

Grafik: Cover der LFI Broschüre zur Biosicherheit für Geflügelbetriebe Grafik: Cover der LFI Broschüre zur Biosicherheit für Geflügelbetriebe

Update: Seit 07.12. gilt in Risikogebieten per Verordnung eine Stallpflicht für Geflügel.

Die Fälle in den grenznahen Gebieten im Norden zu Bayern und in Süden zu Italien, Slowenien  und Kroatien haben diesen Schritt notwendig gemacht.

Die Verordnung HIER ansehen.

Die Maßnahmen im Überblick

Die Bestimmungen betreffen alle geflügelhaltenden Betriebe und Personen in Gebieten mit erhöhtem Vogelgrippe-Risiko, egal ob die Haltung kommerziell oder privat ist. Für die Risikogebiete in Österreich gelten gemäß der Verordnung des Gesundheitsministeriums folgende Maßnahmen:

  • In gemischten Betrieben ist auf die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel zu achten.
  • Haltung des Geflügels in Ställen oder in oben abgedeckten Haltungsvorrichtungen.
  • Ausnahme von der Haltung in Ställen, wenn Geflügel durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert.
  • Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässer, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.
  • Erhöhung der hygienischen Sicherheitsmaßnahmen: Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt.
  • Der Behörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 %, ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht oder wenn die Mortalitätsrate höher als 3 % in einer Woche ist.

Bisherige Meldung:

Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen! Holland meldete erste Fälle.

Mit Beginn der herbstlichen Zugvogelsaison steigt wieder die Gefahr von Ausbrüchen der Geflügelpest in Wildvogelpopulationen und damit auch für Nutzgeflügelbestände!

Ende September wurden erste Ausbrüche in den Sommerquartieren von Wildwassergeflügel in Kasachstan und dem angrenzenden westlichen Russland festgestellt. Auch Hausgeflügelbestände waren von hoch infektiösen Geflügelpestfällen, verbunden mit großen Ausfällen, betroffen.

Wie befürchtet kam es mit Beginn des Vogelzuges – Wassergeflügel erkrankt selten, scheidet aber den Virus aus – vor kurzem zu Funden von verendenden positiven Wildvögel in Holland.

Am 27.10.2020 kam aus Holland die Meldung, dass eine Elterntierherde mit 40.000 Tieren auf Grund des Auftretens des hochpathogenen H5 Geflügelpeststamm geräumt werden musste!

Die Gefahr durch die Geflügelpest ist den Geflügelhaltern sehr bewusst, kam es doch seit 2007 immer wieder zu Ausbrüchen mit Millionen von verendeten Tieren.

Alleine in Ungarn mussten seit dem vergangenen Winter an die 4 Mio. Stück Geflügel, auf Grund von Geflügelpestausbrüchen, gekeult werden.

Bisher hatte man in Österreich in der jüngsten Vergangenheit nur zwei Geflügelpestfälle in Nutzgeflügelbeständen. Die fürsorgliche Beachtung der Biosicherheitsmaßnahmen durch die Geflügelhalter sind ein wichtiger Garant für die Gesunderhaltung der Bestände.

Von Seiten der Landwirtschaftskammer Österreich wurde eine LFI Broschüre zur Biosicherheit für Geflügelbetriebe erstellt, welche auf unserer Homepage aufrufbar ist.

 

 

"Biosicherheit" umfasst alle Maßnahmen, welche die Gefahr der Einschleppung und Ausbreitung von Infektionserregern minimieren, damit die Tiere gesund bleiben. In der LFI Broschüren wird das Thema Biosicherheit in Geflügelbetrieben anschaulich und verständlich vermittelt.

 

 

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