Newcastle Disease – die aktuelle Lage

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Die Newcastle Disease (NCD), auch „atypische Geflügelpest“ genannt, ist eine anzeigepflichtige hochansteckende Viruserkrankung bei Vögeln, die zu hoher Morbidität und Mortalität führen kann. Empfänglich für diese Tierseuche sind viele Vogelarten inkl. Tauben. Immer mehr Geflügelbetriebe in Europa melden den Ausbruch der Newcastle Disease. Vor allem in Polen und der Slowakei, Tschechien, aber auch in Spanien und Bulgarien grassiert das Virus, oft auch bei Broilern. Im Februar 2026 meldete Deutschland erstmals seit über 20 Jahren wieder NCD-Ausbrüche.

Die Symptome ähneln der Geflügelpest (AI, HPAI, Vogelgrippe): hohe Sterblichkeit, drastischer Rückgang der Legeleistung, Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, schnupfenähnliche Symptome, Atemnot, Durchfall, zentralnervale Störungen. Das Virus kann durch den Kontakt zwischen Wildvögeln (Tauben) und gehaltenen Vögeln/Geflügel eingeschleppt werden. Die Folgen eines NCD-Ausbruchs sind dieselben wie bei der Geflügelpest: amtliche Bestätigung durch die zuständige Behörde, Sperre und Keulung des betroffenen Betriebs sowie Einrichtung von Restriktionszonen mit entsprechenden Maßnahmen.

Die Ausbringung von Eiern und Tieren zur Schlachtung ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich; die Einstallung von Küken oder Jungtieren ist verboten. Immer mehr Geflügelbetriebe in Europa melden den Ausbruch der Newcastle Disease. Vor allem in Polen und der Slowakei, Tschechien, aber auch in Spanien und Bulgarien grassiert das Virus, oft auch bei Broilern. Im Februar 2026 meldete Deutschland erstmals seit über 20 Jahren wieder NCD-Ausbrüche: betroffen waren ein Putenbetrieb mit 18.000 Tieren in Brandenburg sowie ein Betrieb mit 40.000 Tieren im oberbayerischen Landkreis Erding.

Österreich ist seit 1999 frei von Newcastle Disease. Die NCD ist in Österreich bei Geflügel zuletzt 1997 aufgetreten, wird aber bei Wildtauben derzeit vermehrt beobachtet. Wie bei den anderen Seuchen gibt es keine Therapie gegen die Newcastle Disease. Allerdings ist im Gegensatz zur Geflügelpest eine prophylaktische Impfung verfügbar. Eine Impflicht wie in Deutschland, Polen und Belgien besteht in Österreich derzeit nicht, die Impfung erfolgt auf freiwilliger Basis bereits bei Junghennen, Puten, Masthühnern und Elterntieren. Zusätzlich zur Impfung ist eine konsequente Einhaltung strenger Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dafür sollte gemeinsam mit der betreuenden Tierärztin oder dem betreuenden Tierarzt ein betriebsspezifisches Biosicherheitskonzept erarbeitet werden.

Die Impfung in Kombination mit einem konsequent hohen Hygieneniveau ist die beste Vorsorge, um die Krankheit zu verhindern. Daher kontaktieren Sie ihren/ihre Betreuungstierarzt/ Betreuungstierärztin und lassen Sie sich bezüglich Impfung und Biosicherheitsmaßnahmen beraten. Insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Seuchenlage empfiehlt der Geflügelgesundheitsdienst die ND-Impfung durchzuführen, um Tierbestände zu schützen.